History

Von Pionieren zu Hütern: Die Geschichte der Rapid.Tech 3D lebt weiter.

Erfurt, im Herbst 2026 – Ein wegweisendes Kapitel der industriellen Fertigung hat im Juli dieses Jahres sein formelles Ende gefunden. Nach 22 erfolgreichen Ausgaben stellte die traditionsreiche Rapid.Tech 3D in ihrer bisherigen Form den Messebetrieb in Erfurt ein. Doch wo ein Epochenwechsel stattfindet, entsteht auch Raum für Neues. Als Hüter des Originals nehmen wir die Verantwortung in die Hand: Wir bewahren das stolze Erbe dieser visionären Plattform und führen den Geist des industriellen 3D-Drucks in eine neue Ära.

Wie alles begann: Ein Funke im Jahr 2004

Wer die Zukunft gestalten will, muss wissen, woher er kommt. Blenden wir zurück ins Frühjahr 2004. Damals war der Begriff „Additive Manufacturing“ in der breiten Industrie noch Zukunftsmusik. Es war die Stiftung für Technologie, Innovation und Forschung Thüringen (STIFT), namentlich Dr. Sabine Sändig, die gemeinsam mit der Messe Erfurt das enorme Potenzial einer neuen Technologie erkannte.

Die Geburtsstunde schlug als kleine Nischenkonferenz: 170 Teilnehmer und gerade einmal 30 Aussteller kamen zusammen, um über das damalige „Rapid Prototyping“ zu diskutieren – das schnelle Drucken von Anschauungsmodellen. Niemand ahnte damals, dass hier das Fundament für eines der wichtigsten internationalen High-Tech-Fertigungsverfahren gelegt wurde.

Der Aufstieg zur internationalen Instanz

Aus dem Prototypenbau wurde eine industrielle Schlüsseltechnologie, aus der kleinen Konferenz die Rapid.Tech 3D. Über zwei Jahrzehnte hinweg war Erfurt der Herzschlag der additiven Community. Die Veranstaltung zeichnete sich durch eine einzigartige Symbiose aus:

  • Wissenschaft auf Top-Niveau: Das Forum AM Science setzte mit seinem strengen Double-Blind-Peer-Review-Verfahren Maßstäbe. Die hier präsentierten und im RTe Journal oder bei Springer verlegten Forschungsarbeiten prägen die Industrie bis heute.
  • Branchenübergreifender Wissenstransfer: Ob Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik oder Werkzeugbau – die Rapid.Tech 3D brachte Anwender und Entwickler auf Augenhöhe zusammen.
  • Förderung von Innovationen: Formate wie die 3D Pioneers Challenge wurden zur Startrampe für visionäre Köpfe aus aller Welt.

Im Jahr 2024 feierte die Messe ihr 20-jähriges Jubiläum – ein Höhepunkt, der noch einmal eindrucksvoll bewies, wie tief die Veranstaltung in der weltweiten AM-Community verwurzelt war.

Das Ende des Formats – und unser Versprechen als Hüter

Veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen, der Wegfall öffentlicher Fördergelder und ein sich stark wandelndes Messeumfeld zwangen die Verantwortlichen im Sommer 2026 zu einem harten Schritt: der Einstellung der klassischen Messe.

Doch das immense Wissen, das globale Netzwerk und die Leidenschaft für die additive Fertigung lassen sich nicht einfach schließen. Wir sind die Hüter des Originals. Wir lassen nicht zu, dass 22 Jahre Pionierarbeit im Archiv verschwinden.

Der Blick nach vorn: Das nächste Kapitel

Die Rapid.Tech 3D war nie nur ein Ort mit Messehallen – sie war ein Versprechen für technologischen Fortschritt. Dieses Versprechen lösen wir nun auf unserer neuen Plattform ein. Wir bewahren die wissenschaftliche Exzellenz, das tiefe Fachwissen und den familiären, aber hochprofessionellen Netzwerkcharakter des Originals und transformieren ihn in moderne, zukunftsfähige Formate.

Die Geschichte der additiven Fertigung wurde in Erfurt geschrieben. Auf dieser Webseite schreiben wir sie weiter.

Willkommen in der Zukunft. Willkommen bei den Hütern des Originals.

Veröffentlichungen

Die wissenschaftlichen Beiträge des Forums AM Science sind im RTe Journal veröffentlicht.

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